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Harald Grill: Hinüber

Artikelnummer:074
Gedichte, 1996, 9 Sensenengel-Zeichnungen von MAYAN, 64 S., 9,10 Euro, ISBN 978-3-929517-13-2

Die gut 30 Gedichte in bairischer Mundart umkreisen das Thema Tod und Sterben.
9,10 €

Beschreibung

Die gut 30 Gedichte in bairischer Mundart umkreisen das Thema Tod und Sterben. "Hinüber" handelt vom Überschreiten dieser Lebensgrenze, von der "großen Wanderschaft" des Lebens, und ist dabei auch ein Gehen, Fahren, Wandern durch die Oberpfalz, den Bayerischen Wald und den Böhmerwald – so tragen viele der Gedichte Orts-, Fluß- und Bergnamen im Titel. Illustriert ist der Band mit Zeichnungen von MAYAN.

"Hinüber" ist auch als CD erschienen.


Harald Grill, geboren 1951 in Hengersberg, Kindheit und Schulzeit in Regensburg. Lebt in Wald/Lkrs. Cham. Seit 1988 freiberuflicher Schriftsteller, Mitarbeiter beim Bayerischen Rundfunk. Mitglied des PEN-Zentrums der BRD. Von Juli 2000 bis August 2001 Wander-Projekt „Zweimal Heimgehen“, einmal vom Nordkap und danach von Syrakus nach Regensburg.

Auszeichnungen u.a. Friedrich-Baur-Preis der Bayerischen Akademie der Schönen Künste (1992), Marieluise-Fleißer-Preis (2003), Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz (2006), Kulturpreis Oberpfälzer Jura (2006).

Von Harald Grill sind im lichtung verlag außerdem erschienen die Gedichtbände a glaander aus luft (2011), Bairische Gedichte (2007) sowie die CD Hinüber.


AM HÖLLBACH
 
s wasser vom höllbach dastickt
mit da mühl miass ma s otreibn
damit s wieder rinnt
schiabn ma und schiabn
und mahln unser lebn
allerwal feiner
und feiner
 
beim erstn huasterer staubt s
und du bist furt
 
 
SCHÖNSEE

und da nepomuk aaf da bruck
der hat vier arm
mit zwoa halt a di fest
mit zwoa stesst a di weg
und da nepomuk aaf da bruck
der hat vier haxen
der suacht furt und suacht hoam in oam
und da nepomuk aaf da bruck
der hat zwoa gsichter
mit oam schaut a nach vorn
mit dem andern zruck
und uns geht s aa net anders
mit oam gsicht
schaung ma durch d windschutzscheibn
mim andern in n rückspiagl
mia fragn nimmer wo is hint und wo is vorn
und fahratn am end in zwoa richtunga aaf oamal
drum bleib ma steh aaf da bruck
und alle hamma zwoa gsichter

 
BEINHAUS

alle boandln ausananderklaubt und aafgschlicht
so sauber wia da groussvatter
an holzstouss aafgricht hat
de ganzn boandln sauber sortiert
wia wenn s numeriert waarn
aber wer werd s wieder zammsetzn
drausst aaf da lichtung
wenn s soweit is am jüngstn tag
zähln de toudn nix
net de boandln und net de tag
grad de wo lebn
hängan se aaf ana solchern ordnung
 

DA TAG SCHLAGT O AAFM WEISSNSTOA

schau umme übers holz in d finstern
do schlagt oana liachter aus da nacht
sprengt s aussa wia d felsn ausm stoabruch
funkn schlagt a funkn und alle funkn
da reih nach aafgfaadlt a sonnastroaffa
und in da friah bleibt a helle narbn
de glangt weit hintre ins land
bis hinter de grenz wo koana mehr aafsteht
 

WINTERBERG

manchmal unterm tag kriag i s mit da angst
wenn i zum kirchturm aaffeschau
hängan de zoagln am turm
wia de arm vom ognagltn herrgott
do kriag i angst dass d uhr steh bleibt
dass d zeit nimmer vergeht
dass s hänga bleibt am balkn wia er
und dass i s obetn muass mei lebn lang

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