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magazin lichtung 2007/4

Artikelnummer:199
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Beschreibung


Editorial und Inhalt



Text- und Bildbeiträge von Franz Pröbster Kunzel, Gerd Holzheimer, Friedrich Brandl,  Bernhard Setzwein, Richard Vogl, Anton Scheubeck, Joseph Berlinger, Wilhelm Koch, Wolf Peter Schnetz, Robert Kaindl-Trätzl, Albert Sigl, Giesela Conrad, Florian Sendtner, Franz Mrkvicka, Gerd Burger, Albert Mühldorfer, Maria Maier, Ludwig Bäuml, Marianne Hofmann, Anton Kirchmair, Margret Hölle, Angeliki Hofmann, Barbara Krohn, Irene Fastner, Anton G. Leitner, Gretel Eisch, Jürgen Huber, Eckhard Henscheid


Liebe Leserinnen und Leser!

Zwanzig Jahre – das ist der Zeitraum, in dem Kinder groß werden. Und nicht nur  Kinder ändern sich im Laufe dieser zwei Dekaden...
1987 trafen sich auf Initiative von Hubert Ettl – damals noch Hauptschullehrer – Leute vorwiegend jüngeren Alters u.a. aus Viechtach, Kötzting, Deggendorf und gründeten den gemeinnützigen Verein Bayerwaldforum e.V. mit dem Ziel, das einheimische Kulturleben zu fördern. Im weiteren Sinn wollte man die vielfältigen kulturellen Aktivitäten jenseits des von konservativen Politikern gehätschelten Bayerntums aus ihrem Nischendasein holen; im konkreteren Sinne hatte man die Gründung einer regierungsbezirkübergreifenden Zeitschrift für den Bayerischen Wald mit Schwerpunkt auf Kultur und Politik im Blick. Dies war ein Novum im niederbayerisch-oberpfälzischen Blätterwald, in dem es damals eher miefig volkstümelnd roch und nach Retusche und Hochglanz-Papier. Damals war in der Oberpfalz der Widerstand gegen die atomare Wiederaufbereitungsanlage  Wackersdorf  ein brennend heißes Thema. Einige der Gründungsmitglieder waren damals äußerst aktiv am Widerstand gegen die WAA beteiligt; die Stimmung war politisch aufgeladen. Als das Projekt einer neuen  Zeitschrift bekannt wurde, gab es zwar viele positive Reaktionen, aber auch einige recht verwunderliche – da rief der in der äußerst rechten politischen Ecke ansässige damalige Chefredakteur einer etablierten Bayerwald-Zeitschrift an und prophezeite Hubert Ettl und seinem Unterfangen einen ruhmlosen Untergang. Das erste magazin lichtung  –  Januar 1988 –  erschien dann schon im Dezember 1987. Das Titelbild hatte Charly Bauernfeind gestaltet, das Heft enthielt unter anderem ein Interview mit dem Schriftsteller Harald Grill. Einen Eindruck von der bunten Bandbreite unserer Themen vermittelt unser aktuelles Titelbild. Im Lauf der Jahre hat sich die lichtung aus dieser Vielfalt ein unverwechselbares Gesicht geschaffen.

Ein 1988 gestellter Zuschussantrag beim Bezirk Niederbayern für das vom Bayerwaldforum getragene magazin lichtung wurde mit dem Zitat des Gutachters abgelehnt, die Zeitschrift verfolge keine Heimatpflege im positiven Sinne. Dies griff Hermann Unterstöger in einem SZ-Kommentar 1995 auf, als er die lichtung mit „Heimatpflege der brettlharten Sorte” – durchaus positiv! – in Verbindung brachte.
Der lichtung-Redaktionsstamm war über die Jahre recht konstant, noch heute sind vier der Redakteure „der ersten Stunde“ im Team. Dennoch hat sich intern immer wieder etwas geändert, auch jüngerer Zuwachs ist dazugekommen. Da außer Hubert Ettl, der 1997 nach 10 Jahren Beurlaubung endgültig den Lehrerberuf gegen den des Verlegers eintauschte, alle Redakteure nur nebenberuflich für das Heft arbeiteten, wurde wegen des immensen Arbeitsaufwands 1996 die Erscheinungsweise von zweimonatig auf dreimonatig umgestellt. Dies war nicht die einzige Krisensituation – finanziell musste das Heft von Anfang an schwer ums Überleben kämpfen. Wenn sich nicht der Buchverlag der lichtung im Lauf der Jahre immer mehr etabliert hätte, hätte die Zeitschrift wohl irgendwann aufgegeben werden müssen. Die letzte schwere Krise war 2004: Finanziell war das Magazin wegen einer unguten Kombination von stagnierenden Abonnentenzahlen, rückläufigen Inserateinnahmen und steigenden Herstellungskosten dermaßen schwer ins Minus gerutscht, dass wir kurz davor standen, den endgültig bevorstehenden Tod der Zeitschrift zu verkünden. Nach endlosen Diskussionen beschlossen wir, dem magazin lichtung noch eine letzte Chance zu geben, und zwar indem wir sein Schicksal direkt den Lesern ans Herz legten. Auf diese Reaktion hatten wir allerdings nicht zu hoffen gewagt: Leser wurden aktiv, warben Abonnenten, schrieben aufmunternde Briefe, organisierten Benefiz-Veranstaltungen für das Überleben der lichtung... Es war grandios, wir waren überwältigt. Derzeit ist die Lage einigermaßen stabil, aber noch lange nicht rosig. Eine Zeitschrift steht und fällt nun einmal mir der Zahl ihrer Leser. Wir hoffen, dass die auch in Zukunft zu uns halten.

Noch eins muss zu diesem Anlass gesagt werden: Wenn Hubert Ettl nicht gewesen wäre, dann wäre dem lichtung-Kind wohl kein langes Leben beschieden gewesen... Es waren zwar stets wohlwollende Tanten und Onkel da, die bei der Erziehung halfen und gewissenhaft  auf das heranwachsende Wesen aufpassten, doch wer es vor allem gehegt und gepflegt hat, auch mal streng mit ihm gewesen ist, ihm ein Rückgrat und ein Zuhause gegeben hat, das war Hubert Ettl.

Das Redaktionsteam ebenso wie der respektable Stamm von kompetenten  freien Mitarbeitern  will das Kind auch weiterhin schaukeln. Am 19. Oktober können Sie, liebe Leser, in der Stadthalle Viechtach bei unserer vierten Literaturrevue  – diesmal speziell im Zeichen des magazins lichtung – den „Runden“ mit uns feiern und dabei auch noch Wort- und Tonkünstler genießen.

Ähnlich wie die 50. Ausgabe (1996/2) sieht die vorliegende Jubiläums-lichtung ganz anders aus als gewohnt. Texte von 14 Schriftstellern – teilweise Verlagsautoren, teilweise für das magazin aktiv – haben wir mit 14 Abbildungen von Werken bildender Künstler – die meisten wurden schon in der lichtung portraitiert – kombiniert. Herausgekommen ist ein teils witziges, teils melancholisches Kaleidoskop, das Ihnen hoffentlich Lust auf noch viele weitere lichtung-Jahre macht.

Eva Bauernfeind

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